Wintersonnwende – das Alte darf gehen, das Neue darf kommen

Die Wintersonnwende markiert einen stillen Wendepunkt im Jahr. Die Tage sind am kürzesten, das Licht zieht sich zurück – und genau darin liegt eine besondere Qualität: innezuhalten, zurückzublicken und bewusst Raum für das Kommende zu öffnen.

Ich lade dich zu einer einfachen, aber tiefgehenden Übung ein, die dich dabei unterstützt, das vergangene Jahr zu würdigen und das Neue willkommen zu heißen.

Such dir dafür einen Platz in der Natur, an dem du dich wohl, sicher und geborgen fühlst. Vielleicht an deinem Sitzplatz?

Wenn du angekommen bist, mach es dir gemütlich und behaglich.

Dann beginne mit der Übung:

Wenn du magst, schließe die Augen oder lasse deinen Blick weich werden und die Augen auf einem Punkt am Boden ruhen.
Spüre deinen Atem, wie er kommt und wie er geht.

Spür, wie du mit jedem Ausatmen ruhiger wirst, wie du dich mehr und mehr mit deinem Inneren verbindest, wie sich Anspannungen lösen und erlaube dir, dich ganz wohlig und entspannt zu fühlen.

Gehe nun in Gedanken in das vergangene Jahr zurück.
Vom heutigen Tag aus, zurück über die vergangenen Monate, durch den Herbst, weiter in den Sommer, ins Frühjahr und schließlich zurück zum Jahresanfang. Lass dir Zeit, um einzutauchen.

  • Welche Bilder tauchen auf?
  • Welche Ereignisse waren besonders in diesem Jahr – haben sich eingeprägt, waren schön oder wichtig, hatten nachhaltige Konsequenzen?
    Vielleicht zeigen sich auch Erlebnisse oder Erfahrungen, die nicht leicht waren, die dich belastet oder gefordert haben. Lass auch sie da sein, ohne sie zu bewerten.

Spüre nun hinein:

  • Was möchtest du aus diesem Jahr mitnehmen?
  • Vielleicht hat sich etwas Neues und Wichtiges in deinem Leben entwickelt, dem du künftig mehr Raum geben möchtest. Vielleicht sind es schöne Erinnerungen, die ihren Platz behalten dürfen, oder Erkenntnisse, die dich begleiten sollen.

Und dann spüre auch:

  • Was möchtest du zurücklassen?
  • Wovon willst du dich verabschieden? Vielleicht von einer Erfahrung, die schwer war, oder von einer Gewohnheit, die dich eher behindert als unterstützt.

Wenn wir etwas zurücklassen, entsteht Raum.
Raum für Neues.

Spüre in dich hinein:

  • Wofür möchtest du Raum schaffen?
  • Was darf im kommenden Jahr wachsen, größer werden, sichtbarer werden?

Nimm dir dir nun ca. 10 bis 15 Minuten Zeit.

Schau dich in der Umgebung um, mach einen kleinen Spaziergang.
Gehe ohne Ziel, ohne etwas erzwingen zu wollen. Schau, ob du drei Gegenstände oder Phänomene findest, die symbolisieren

  • was du mitnehmen möchtest
  • was du zurücklassen möchtest
  • wofür du Raum schaffen willst oder was wachsen darf

Du musst nicht suchen – es ist eher ein Finden, ein Erkennen.
Ein „Ah, das steht dafür“.

Ein Gegenstand oder ein Phänomen: vielleicht ein Blatt, ein Stein, der Himmel, eine Wolke, ein Vogelruf.

Es muss nichts Materielles sein.

Verlasse dich auf dein Gefühl und vertraue darauf, dass sich das Richtige zeigt.
Kein Stress.

Wenn du die Gegenstände oder Phänomene gefunden hast, such dir einen guten Platz, an dem du dich innerlich mit ihnen verbinden kannst. Vielleicht wieder dein Sitzplatz oder dein Ausgangspunkt.

Verbinde dich nun mit den Gegenständen oder spür den Phänomenen nochmal nach:

  • wenn es ein Gegenstand ist: schau ihn zuerst nochmal genau an: wie sieht er aus, wie fühlt er sich an, wie riecht er vielleicht?
  • Wenn es ein nichtmaterielles Phänomen war: wie genau hat es sich gezeigt? Wie hats es ausgesehen oder sich angehört, angefühlt?
  • was genau daran hat dich „gerufen“?
  • was verbindest du mit diesem Gegenstand, diesem Phänomen?
  • Was bedeutet der Gegenstand für dich?
  • wie geht es dir damit, diesen Gegenstand, dieses Phänomen zu sehen, zu spüren, ihn oder es gefunden zu haben?
  • wenn der Gegenstand, das Phänomen sprechen könnte, was würde es sagen?

Gib diesen Erfahrungen Raum und lass sie in dir wirken.

Vielleicht möchtest du jetzt etwas aufschreiben oder eine Notiz in dein Handy sprechen oder ein Foto der Gegenstände machen.

Zum Schluss spüre noch einmal in dich hinein:

  • Was möchtest du mit diesen Dingen tun?
  • Möchtest du etwas mitnehmen – oder einen Platz in der Natur finden, an dem es gut aufgehoben ist?

Wenn du magst, bedanke dich bei den Gegenständen oder Phänomenen und finde den Platz, an den sie gehören.

Schließ dann diese Übung innerlich für dich ab und kehre, wenn du soweit bist, in dein Alltagsbewusstsein zurück.

Wenn du magst, achte darauf, wie diese Übung nachwirkt, dir vielleicht manchmal den Weg weist, wenn es um Entscheidungen geht oder Erfahrungen intensiviert.

Ich wünsche dir eine ruhige, bewusste Wintersonnwende und einen sanften Übergang in das kommende Jahr!

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